Civil 3D Grundlagen | Punkte & Punktgruppen
Im Plan sehen beide gleich aus, ein Kreuz an einer Stelle. Der AutoCAD-Punkt kennt aber nur seine Koordinaten. Der COGO-Punkt von Civil 3D hat eine Punktnummer, eine Höhe, eine Kurzbeschreibung mit dem Code aus dem Feldbuch und eine ausführliche Beschreibung im Klartext. Er kann in Punktgruppen stehen, über Beschreibungsschlüssel automatisch Symbol und Layer bekommen, in Tabellen erscheinen und als Gruppe ein DGM speisen. Wer Vermessungsdaten in Civil 3D verarbeitet, arbeitet mit COGO-Punkten.
Dieses Kapitel zeigt in drei Tutorials den Weg von der Textdatei des Vermessers bis zum fertig dargestellten Bestand. Das durchgehende Beispiel ist die Aufnahme einer kleinen Erschließung an zwei Messtagen, mit Geländepunkten, Bordsteinkanten, Schächten, Gebäudeecken und Bäumen. Dazu kommen zwei Werkzeuge: In „Wer bestimmt das Aussehen?“ löst du vier Fehlerbilder selbst und siehst, ob Überschreibung, eigener Stil oder Vorgabestil einen Punkt zeichnet. Der Schlüssel-Check prüft deinen Beschreibungsschlüsselsatz gegen deine Punkte und zeigt, welche Codes keinen Schlüssel treffen. Die Punktdatei selbst prüfst und wandelst du mit dem Punktdatei-Inspektor im Tool-Lab um. Außerdem gibt es eine Kurzreferenz zum Ausdrucken und eine eigenständige Fehlerbehebung mit den dreizehn Fällen, die im Alltag wirklich auftreten.
Fang mit den Punkten an, denn in der Lernreihenfolge stehen sie vor dem DGM, auch wenn dieses Kapitel die Nummer 11 hat. Das DGM-Kapitel lädt Punktdateien direkt in die DGM-Definition. Dabei entstehen keine COGO-Punkte, die sich sortieren oder beschriften lassen. Hier läuft beides zusammen: Aus einer Punktgruppe wird ein DGM.
Fast immer liest das Punktdateiformat die Koordinaten in der falschen Reihenfolge. Manche Vermessungsdateien haben den Rechtswert vor dem Hochwert, dafür steht in der deutschen Vorlage das Format PRHZB (international PENZD). Andere beginnen mit dem Hochwert, dort passt PHRZB (international PNEZD). Wer das falsche Format wählt, vertauscht bei jedem Punkt beide Koordinaten; die Voransicht im Importdialog zeigt das, bevor ein Punkt in der Zeichnung liegt.
Der Schlüssel vergleicht nur das erste Element der Kurzbeschreibung, also alles bis zum ersten Leerzeichen, und das mit exakter Groß- und Kleinschreibung. Darum trifft baum 45 den Schlüssel BAUM* nicht. MH.7 trifft MH nicht, weil der Punkt nicht trennt. Ein breiter Code wie MH* passt außerdem auf MHST. Weil der erste Treffer gewinnt, kann dann der falsche Schlüssel greifen.
Drei Quellen konkurrieren um den Stil. Normalerweise setzt der Beschreibungsschlüssel den Stil direkt am Punkt, der Vorgabestil der Punktgruppe ist nur die Rückfallebene. Maßgeblich ist die oberste Gruppe der Anzeigereihenfolge, in der der Punkt steht: Hat sie auf der Registerkarte Überschreibungen einen Stil aktiviert, schlägt dieser sogar den Schlüssel. Eine vergessene Überschreibung ist der häufigste Grund, warum plötzlich alle Punkte einer Gruppe gleich aussehen.
Im Feld tippt der Messtrupp nur Kürzel, Tabellen und Beschriftungen brauchen aber Klartext. Die Kurzbeschreibung ist das Kürzel, etwa MH 7. Die ausführliche Beschreibung ist der Klartext, etwa „Schacht 7″. Civil 3D erzeugt sie aus der Kurzbeschreibung, sobald ein Beschreibungsschlüssel greift, und setzt Parameter wie die Schachtnummer ein. Greift keiner, steht dort meist nur eine Kopie des Codes, und daran erkennst du einen roh gebliebenen Punkt.
Was ein COGO-Punkt über sich weiß und der AutoCAD-Punkt nicht, Kurzbeschreibung gegen ausführliche Beschreibung, Nummernkreise und Punktidentität, ein Punkt von Hand und der Import der Vermesserdatei Dialog für Dialog. Mit der Falle PRHZB gegen PHRZB und dem Dialog für doppelte Punktnummern.
Punktgruppen als Filter, die Rangfolge aus Überschreibung, Schlüssel und Gruppe, die Anzeigereihenfolge und der Beschreibungsschlüsselsatz, der aus dem Code im Feldbuch Symbol, Layer und Klartext macht. Mit den drei Fallen Kleinschreibung, Punkt statt Leerzeichen und zu breiter Code.
Der Punkteditor im Panoramafenster zum Finden und Korrigieren von Ausreißern, eine Schacht-Punkttabelle aus einer Punktgruppe, der Export für das Kanalkataster und die Punktgruppe als Grundlage für ein Bestands-DGM. Dazu der Unterschied zwischen veralteter Punktgruppe und veraltetem DGM.
Kein passendes Format, Punkte am falschen Ort oder auf Höhe 0, doppelte Nummern, Schlüssel greift nicht, alle Punkte sehen gleich aus, Tabelle leer, DGM zieht nicht nach? Der Entscheidungsbaum führt zum passenden Fall, dazu eine Galerie mit dreizehn realen Problemen samt Diagnose und Lösung und eine QS-Checkliste, die sich als A4-Blatt ausdrucken lässt.
Dein Punkt übernimmt den Stil seiner Gruppe nicht? Hier löst du vier echte Fehlerbilder selbst, vom unsichtbaren Punkt bis zu lauter gleichen Symbolen. Eine Prüfkette zeigt bei jedem Klick, wer entscheidet.
Greift dein Beschreibungsschlüsselsatz? Füg Schlüssel und Punkte ein und sieh sofort, welche Codes keinen Schlüssel treffen und wo sich Schlüssel überschneiden.
