Bemaßungen machen deine Zeichnung erst zu einem Plan, den andere lesen und umsetzen können. AutoCAD bietet dir eine Vielzahl von Bemaßungswerkzeugen, die sich intelligent an deine Geometrie anpassen. In diesem Tutorial lernst du die wichtigsten Bemaßungstypen und deren Konfiguration kennen.
Bemaßungsstil: Das Fundament jeder Bemaßung
Bevor du die erste Bemaßung setzt, solltest du einen Bemaßungsstil einrichten. Er definiert das Erscheinungsbild aller Bemaßungselemente: Maßlinien, Maßhilfslinien, Pfeilspitzen, Textplatzierung und Maßeinheiten. Du findest den Bemaßungsstil-Manager in der Multifunktionsleiste Beschriftung.
Die wichtigsten Einstellungen im Bemaßungsstil:
- Linien: Farbe, Linienstärke und Verlängerung der Maßhilfslinien
- Symbole und Pfeile: Art und Größe der Pfeilspitzen
- Text: Textstil, Texthöhe und Platzierung relativ zur Maßlinie
- Einpassen: Verhalten bei Platzmangel (ob Text oder Pfeile ausweichen)
- Primäreinheiten: Dezimalstellen, Maßstabsfaktor und Einheitenformat
- Toleranzen: Falls Toleranzangaben erforderlich sind
Für die Infrastrukturplanung empfehlen wir, den Maßstabsfaktor auf 1 zu belassen (da du 1:1 in Metern arbeitest) und die Texthöhe so zu wählen, dass sie im geplanten Ausgabemaßstab gut lesbar ist.
DIN-konforme Texthöhe: Nach DIN EN ISO 3098 beträgt die empfohlene Texthöhe für Bemaßungstext 2,5 mm auf dem Papier. Wenn du mit festen (nicht-annotativen) Bemaßungsstilen arbeitest, musst du diese Papierhöhe auf den Modellbereich umrechnen (z.B. 2,5 × 500 ÷ 1000 = 1,25 m bei 1:500). Die vollständige DIN-Schrifthöhenreihe und Umrechnungstabelle findest du im Tutorial „Texte“
Annotative Bemaßungsstile: Einfacher als manuelles Umrechnen ist ein annotativer Bemaßungsstil. Setze im Bemaßungsstil-Manager unter dem Reiter Einpassen den Haken bei Annotativ. Danach trägst du im Reiter Text die gewünschte Papierhöhe ein (z.B. 2,5 für 2,5 mm). AutoCAD skaliert die Bemaßung dann automatisch passend zum Beschriftungsmaßstab – du gibst immer die Papiermaße an und musst nie mehr umrechnen.
Bemaßungsobjekte: Die verschiedenen Typen
AutoCAD bietet für jede Situation den passenden Bemaßungstyp. Du findest alle in der Multifunktionsleiste Beschriftung in der Gruppe Bemaßung:
- Linear: Horizontale oder vertikale Entfernung zwischen zwei Punkten
- Ausgerichtet: Misst den tatsächlichen Abstand entlang einer schrägen Kante
- Winkel: Misst den Winkel zwischen zwei Linien oder drei Punkten
- Radius und Durchmesser: Für Kreise und Bögen
- Bogenlänge: Misst die Länge eines Bogensegments
- Basislinie: Mehrere Maße ausgehend von einem gemeinsamen Ursprung
- Fortlaufend: Kettenbemaßung, bei der jedes Maß am vorherigen anschließt
- Koordinate: Zeigt die X- oder Y-Koordinate eines Punktes an
Für den schnellen Einstieg empfehlen wir den Befehl DIM (Schnellbemaßung). Er erkennt automatisch, welcher Bemaßungstyp am besten zur gepickten Geometrie passt.
Assoziative Bemaßung: Dynamisch aktualisiert
Standardmäßig sind Bemaßungen in AutoCAD assoziativ. Das bedeutet: Änderst du die Geometrie (z.B. verschiebst einen Stützpunkt), passt sich die Bemaßung automatisch an. Die Maßzahl wird neu berechnet, Maßlinien und Maßhilfslinien folgen dem Objekt.
Diese Assoziation kann verloren gehen, wenn du Objekte löschst, Bemaßungen verschiebst oder die Geometrie grundlegend umstrukturierst. Du erkennst den Status über die Eigenschaftspalette: Die Eigenschaft Assoziativ zeigt Ja oder Nein an. Mit dem Befehl DIMREASSOCIATE kannst du die Verknüpfung wiederherstellen.
Praxistipp: Lege Bemaßungen immer auf einem eigenen Layer ab. So kannst du sie ein- und ausblenden, ohne die eigentliche Konstruktion zu beeinflussen.
