Das Beschriftungssystem verstehen
Ein Lageplan in 1:500 hat Höhenkoten im Gelände, Stationen an der Achse, Flächen in den Grundstücken und Längen an den Grenzen. Als AutoCAD-Text stimmen diese Werte nur bis zur nächsten Änderung. Civil 3D setzt stattdessen Beschriftungen, die am Objekt hängen und sich bei jeder Änderung neu berechnen. Dahinter steckt ein einziges System, das bei Punkten, Parzellen, Achsen, Rohren und fast allen anderen Civil-3D-Objekten gleich funktioniert.
Durch die vier Tutorials zieht sich ein kleiner Erschließungsplan aus den Kapiteln 01, 02 und 12 (Aufbau im Abschnitt „Das Beispiel“). Hier klären wir, wie eine Beschriftung aufgebaut ist und warum ihre Größe vom Zeichnungsmaßstab abhängt, setzen den Maßstab, legen einen eigenen Stil an und prüfen im Layout. Im zweiten Tutorial wird beschriftet, im dritten bearbeitet, im vierten gerechnet und tabelliert.
Die Grafik zeigt den Kern an einer wachsenden Parzelle: Links rechnet die Flächenbeschriftung mit, rechts behält der AutoCAD-Text den alten Wert.
Wer Beschriftungen schon kennt, springt direkt zum Maßstab oder in die Praxis:
Konzept Dynamisch statt AutoCAD-Text
Eine Civil-3D-Beschriftung hat zwei Verbindungen: zum Objekt, das sie beschriftet, und zum Beschriftungsstil, der festlegt, was sie zeigt und wie. Der Stil enthält ein Eigenschaftsfeld, etwa die Höhe des DGM an dieser Stelle oder die Fläche der Parzelle, und Civil 3D füllt es aus dem Objekt. Verschiebst du einen Grenzpunkt, stimmt die Flächenbeschriftung sofort wieder.
AutoCAD-Text und MText kennen diese Verbindung zu Civil-3D-Objekten nicht. Sie sind eine Zeichenfolge, die man von Hand nachpflegt. In einem Plan mit hundert Höhenkoten fällt ein veralteter Wert oft erst auf der Baustelle auf. Fachwerte beschriften wir deshalb nicht als Text. Für freie Hinweise wie „Bestand“ bleibt Text das richtige Werkzeug.
Zwei Folgen der Verknüpfung solltest du kennen. Eine Beschriftung gibt es nur zusammen mit ihrem Objekt: Löschst du das Objekt, verschwinden seine Beschriftungen mit. Und wer den Wert in einer Beschriftung von Hand überschreibt, kappt für diesen Text die Verbindung. Das heißt Textüberschreibung; wie man sie setzt und wieder löscht, steht im dritten Tutorial.
Konzept Woraus ein Beschriftungsstil besteht
Ein Beschriftungsstil ist ein Baukasten. Er setzt Komponenten zusammen und hängt sie an einen Ankerpunkt am Objekt. Bei einer Höhenkote im DGM ist der Anker die Stelle, an die du geklickt hast, bei einer Segmentbeschriftung ein Punkt auf der Grenze. Jede Komponente hat ihren eigenen Platz relativ zum Anker, dazu Farbe, Größe und Sichtbarkeit.
Welche Komponenten es gibt, zeigt der Beschriftungsstil-Editor auf der Registerkarte Layout. Für den Alltag reichen meist Text und ein Block oder eine Linie; die übrigen begegnen dir bei bestimmten Beschriftungstypen.
| Komponente | Wofür | Beispiel |
|---|---|---|
| Text | feste Wörter und Eigenschaftsfelder, also der eigentliche Inhalt jeder Beschriftung; auch ein Rahmen um den Text ist eine Eigenschaft dieser Komponente | die Höhe 324,50 an einer Kote |
| Linie | ein Strich ohne Pfeilspitze, etwa unter dem Text oder vom Anker zum Text | Unterstrich einer Höhenkote |
| Block | ein AutoCAD-Block am Anker oder neben dem Text | Höhendreieck, Kreuz |
| Vermerk | eine kleine Markierung direkt am Objekt | der Querstrich an einer Station |
| Richtungspfeil | ein Pfeil, der die Richtung eines Segments oder einer Achse zeigt | Fließrichtung, Richtung einer Grenze |
| Referenztext | Text mit Werten eines zweiten Objekts; Civil 3D fragt beim Setzen danach | DGM-Höhe an einer Achsstation |
| Text für alle | wiederholt eine Zeile für jede angeschlossene Haltung, nur in Schachtbeschriftungen | Sohlhöhe je Zulauf |
Neben Layout hat der Beschriftungsstil-Editor vier weitere Registerkarten. Informationen enthält Name und Beschreibung, Allgemein den Textstil, den Layer und die Ausrichtung für die Lesbarkeit. Symbol-Text-Trennung regelt, wie die Beschriftung aussieht, wenn man sie vom Objekt wegzieht; mehr dazu in Tutorial 3. Zusammenfassung zeigt alle Einstellungen in einer Liste. Die Führung, also die Linie vom weggezogenen Text zurück zum Anker, gehört zur Symbol-Text-Trennung.
Was ein Text zeigt, steht in seinem Inhalt. Auf der Registerkarte Layout klickst du in der Zeile Inhalt in die Spalte Wert und dann auf die Schaltfläche mit den drei Punkten. So öffnest du den Textkomponenten-Editor. Dort kombinierst du feste Wörter mit Eigenschaftsfeldern und stellst je Feld Einheit und Genauigkeit ein, etwa die Höhe in Metern mit zwei Nachkommastellen. Für Werte, die kein Eigenschaftsfeld direkt liefert, gibt es Ausdrücke; die kommen im vierten Tutorial.
Stile gehören zur Zeichnung. Sie kommen aus der Vorlage; die Vorlage des Country Kit DACH bringt die deutschen Stile mit. Den Stil Standard oder einen Hausstil bearbeitest du am besten nie direkt. Eine Änderung am Stil wirkt auf jede Beschriftung, die ihn nutzt, auch dort, wo du gerade nicht hinschaust. Besser legst du eine Kopie an und änderst diese; genau das machen wir unten in der Praxis.
Konzept Der Beschriftungsmaßstab
Die häufigste Frage zu Beschriftungen lautet: Warum ist mein Text im Modellbereich riesig, obwohl der Stil 2,5 mm sagt? Die Texthöhe im Beschriftungsstil ist eine Plothöhe, also das Maß auf dem Papier. Im Modellbereich multipliziert Civil 3D die Texthöhe mit dem Zeichnungsmaßstab, der für die ganze Zeichnung gilt, damit der Text auf dem Plot wieder 2,5 mm misst. Bei 1:500 sind das 1,25 m im Modell.
| Zeichnungsmaßstab | Texthöhe im Stil (Plothöhe) | Texthöhe im Modellbereich |
|---|---|---|
| 1:250 | 2,5 mm | 2,5 mm × 250 = 0,625 m |
| 1:500 | 2,5 mm | 2,5 mm × 500 = 1,25 m |
| 1:1000 | 2,5 mm | 2,5 mm × 1000 = 2,5 m |
Steht der Zeichnungsmaßstab auf 1:1000, obwohl der Plan in 1:500 herauskommt, ist jede Beschriftung im Modellbereich doppelt so groß wie gewollt. Der Stil ist dabei in Ordnung, deshalb sucht man den Fehler oft an der falschen Stelle. Wir stellen den Zeichnungsmaßstab darum passend zum Plot ein, bevor die erste Beschriftung entsteht. Auf den Plot hat der Zeichnungsmaßstab keinen Einfluss. Nur mit dem passenden Wert zeigt das Modell den Plan aber so, wie er gedruckt wird, und Beschriftungen lassen sich im Modell richtig platzieren und ziehen. Änderst du ihn später, passen sich alle vorhandenen Beschriftungen an.
Im Papierbereich: ein Stil für alle Plotmaßstäbe
Im Layout zählt allein die Plothöhe. Jedes Ansichtsfenster zeigt die Beschriftungen in ihrer Plothöhe, bei jedem Ansichtsfenstermaßstab und ohne dass du dafür etwas einstellst. Ein Übersichtsblatt in 1:1000 und ein Detail in 1:250 aus derselben Zeichnung haben beide 2,5 mm hohe Texte. Für einen zweiten Plotmaßstab brauchst du also keinen zweiten Beschriftungsstil.
Den Maßstab eines Ansichtsfensters stellst du in seiner Eigenschaften-Palette im Feld Standardmaßstab ein. Nach jeder Änderung von Maßstab oder Zoom im Ansichtsfenster führst du REGENALL aus, erst dann stimmen die Größen. Mehr braucht der Plot nicht.
Abgrenzung zu annotativem AutoCAD-Text
In AutoCAD heißen Texte, Bemaßungen, Schraffuren und Blöcke annotativ, wenn sie sich selbst an den gültigen Beschriftungsmaßstab anpassen. Auf dem Plan erscheinen sie deshalb immer gleich groß. Gültig ist im Modellbereich der Wert der Statusleiste, im Ansichtsfenster dessen eigener Beschriftungsmaßstab. In der deutschen Oberfläche heißt diese AutoCAD-Eigenschaft Beschriftung. Dazu speichert jedes Objekt eine Liste der Maßstäbe, für die es eine Darstellung hat. Fehlt der aktuelle Maßstab in dieser Liste, blendet AutoCAD das Objekt aus oder zeigt es in der alten Darstellung weiter, je nach Systemvariable ANNOALLVISIBLE. Den fehlenden Maßstab fügt AutoCAD dabei nicht hinzu, jeder Plotmaßstab muss also am Objekt eingetragen sein. Civil-3D-Beschriftungen brauchen keine solche Liste: Im Modellbereich folgen sie dem Zeichnungsmaßstab, auf dem Blatt halten sie ihre Plothöhe. Soll ein Text im Modellbereich bei jedem Zeichnungsmaßstab dieselbe Modellhöhe behalten, geht das nur über einen Ausdruck als Wert der Texthöhe (siehe Tiefgang); auf dem Blatt ist die Plothöhe ohnehin konstant.
Einordnung Ein System hinter vielen Objekten
Stile, Komponenten und Maßstab gelten für jedes beschriftete Objekt. Unterschiedlich ist nur, wo der Stil zugewiesen wird und wann die Beschriftung entsteht. Civil 3D kennt zwei Arten von Beschriftungen. Eigenständige Beschriftungen stehen für sich, etwa die DGM-Punkthöhen oder die Achsstationen. Stationen entstehen als Beschriftungsgruppe: Ein Klick wählt die Gruppe, Strg+Klick eine einzelne. Die zweite Art sind Teilobjekte. Sie gehören zu ihrem Objekt, so bei Punkten, Parzellenflächen, Profilkörpern und DGM-Wasserscheiden.
Beschriftungsstile gibt es für fast jedes Civil-3D-Objekt. Dazu zählen DGM, Achse, Längsschnitt, Höhenplan, Querprofil, Querprofilplan, Parzelle und Punkt, außerdem Kanal- und Druckleitungsnetz, Vermessung, Einzugsgebiet, Planrahmen und Schnittlinie. Hinzu kommen die allgemeinen Stile für Linien, Bögen und Kommentare, die auch Elementkanten nutzen. Die Tabelle beschränkt sich auf die Objekte aus den bisherigen Kapiteln.
| Objekt | Beschriftung | Wo der Stil hängt | Beim Erstellen oder nachträglich |
|---|---|---|---|
| DGM (Kapitel 01) | Punkthöhe, Höhenlinien, Neigung | Dialogfeld Beschriftungen hinzufügen | nur nachträglich: Höhenlinien entlang einer Linie, die übrigen per Klick (Tutorial 2) |
| Achse (Kapitel 02) | Stationen, Hauptpunkte | Achsbeschriftungssatz im Dialogfeld Achse erstellen | beim Erstellen über den Achsbeschriftungssatz. Später ändert man den Satz im Dialogfeld Achsbeschriftungen oder ergänzt einzelne Beschriftungen über Beschriftungen hinzufügen (Tutorial 3) |
| Längsschnitt und Höhenplan (Kapitel 03) | Längsschnittbeschriftungen, Bänder unter dem Höhenplan | Beschriftungssatz des Längsschnitts, Bandsatz des Höhenplans | beim Erstellen über Beschriftungssatz und Bandsatz; später über Längsschnittbeschriftungen hinzufügen/bearbeiten und in den Höhenplaneigenschaften, Registerkarte Bänder |
| Rohre, Schächte und Druckleitungen (Kapitel 09, 10) | Haltungs-, Schacht- und Druckleitungsbeschriftung | Beschriftungsstile beim Erstellen des Netzes, später in den Netzeigenschaften | beim Konstruieren oder nachträglich über Beschriftungen hinzufügen, für das ganze Netz oder eine einzelne Komponente |
| COGO-Punkte (Kapitel 11) | Punktbeschriftung | Punktbeschriftungsstil am Punkt (Beschreibungsschlüssel, Dialogfeld Punkte erstellen) oder über die Punktgruppe | mit dem Punkt, als Teilobjekt; später Stilwechsel am Punkt oder über die Gruppe |
| Parzellen (Kapitel 12) | Flächen- und Segmentbeschriftung | Dialogfeld Parzellen erstellen bzw. Beschriftungen hinzufügen | Fläche immer mit der Parzelle; Segmente beim Erstellen über das Kontrollkästchen Segmentbeschriftungen automatisch hinzufügen oder nachträglich (Tutorial 2) |
Einen sauber angelegten Stil nutzt du bei jedem Objekt desselben Typs. Stellst du im Höhenstil die Genauigkeit von drei auf zwei Nachkommastellen, zeigt danach der ganze Plan seine Höhenkoten auf den Zentimeter.
Wie man Stile zwischen Zeichnungen überträgt und abgleicht, behandelt der Tiefgang (Stile und Vorlagen). Dort steht auch die Beschriftung von Querprofilen über Codestilsätze; sie wendet dasselbe Prinzip fortgeschritten an. Die Bänder unter dem Höhenplan nutzen dieselben Komponenten; ihr Aufbau steht im Fahrwasser-Kapitel 03 (Längsschnitt).
Einordnung Das Beispiel: ein Erschließungsplan in 1:500
Wir arbeiten in der Zeichnung aus Kapitel 12 mit dem Gebiet Baufeld Wohnweg. Darin liegen der Wohnweg mit 960 m² und sechs Grundstücke, von West nach Ost mit 1 bis 6 nummeriert: fünf mit 540 m², eines mit 900 m². Dazu kommt ein dynamisches Flächenverzeichnis.
Vorbedingung: Öffne die Zeichnung aus Kapitel 12 und speichere sie unter neuem Namen. In der Zeichnung müssen außerdem ein DGM und eine Achse mit Stationsbeschriftungen liegen, am einfachsten das Bestands-DGM aus Kapitel 01 und die Achse aus Kapitel 02. Wo beide in der Zeichnung liegen, ist für die Beschriftungen egal. Nur eines muss stimmen: Die Achse bleibt im Gebiet <Keine>, so hat Kapitel 02 sie angelegt. Läge sie im Gebiet Baufeld Wohnweg, würde sie die Grundstücke teilen, und ihre Gesamtfläche von 3.600 m² stimmt nicht mehr. Im Projektbrowser erkennst du den richtigen Fall auf der Registerkarte Übersicht: Die Achse steht in der Sammlung Achsen der obersten Ebene und nicht unter Gebiete.
| Objekt | Kommt aus | Das muss vorhanden sein |
|---|---|---|
| Bestands-DGM | Kapitel 01 | das DGM selbst; Höhenlinien braucht erst Tutorial 2 |
| Achse | Kapitel 02 | Stationen und Hauptpunkte aus dem Achsbeschriftungssatz |
| Gebiet Baufeld Wohnweg (Wohnweg und sechs Grundstücke) | Kapitel 12 | Flächenbeschriftungen mit Nummer und Fläche, keine Segmentbeschriftungen |
| Flächenverzeichnis | Kapitel 12 | dynamische Tabelle, Tabellenstil Standard |
| Layout mit Ansichtsfenster | Vorlage | eines der vorbereiteten Layouts, etwa M 500 – 297×420-A3-quer |
In dieser Zeichnung gibt es keine COGO-Punkte. Wer sie aus Kapitel 11 holt, kann im vierten Tutorial eine Punkttabelle ergänzen.
Praxis Den Zeichnungsmaßstab setzen
Der Zeichnungsmaßstab gilt für die ganze Zeichnung und ist der Arbeitsmaßstab des Modellbereichs: Alles, was eine Plotgröße hat, zeigt Civil 3D dort mit diesem Maßstab multipliziert. Bei 1:500 wird aus 2,5 mm also 1,25 m. Auf den Plot wirkt er nicht, dort entscheidet allein der Standardmaßstab des Ansichtsfensters. Trotzdem stellen wir ihn auf den geplanten Plotmaßstab: Nur dann zeigt das Modell den Plan so, wie er gedruckt wird, und du kannst Beschriftungen dort richtig platzieren und ziehen. Zwei Stellen zeigen denselben Wert: das Feld Maßstab in den Zeichnungseinstellungen und die Maßstabsliste rechts unten in der Statusleiste. Stellst du eine um, geht die andere mit, und die Beschriftungen folgen sofort. Im Alltag reicht die Statusleiste. Hier gehen wir einmal über das Dialogfeld, damit du die Stelle kennst, an der Civil 3D den Zeichnungsmaßstab neben Einheiten und Koordinatensystem führt. Von den übrigen Einstellungen, etwa Koordinatensystem und Objektlayer, ändern wir nichts.
- Zeichnungseinstellungen öffnen: Im Projektbrowser auf die Registerkarte Einstellungen wechseln, oben mit der rechten Maustaste auf den Namen der Zeichnung klicken und Zeichnungseinstellungen bearbeiten… wählen. Es öffnet sich das Dialogfeld Zeichnungseinstellungen. Hier führt Civil 3D den geplanten Plotmaßstab der Zeichnung.
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- Registerkarte Einheiten und Zone wählen: Im Dialogfeld auf die Registerkarte Einheiten und Zone wechseln. Rechts neben den Zeichnungs- und Winkeleinheiten sitzt die Liste Maßstab; in der Beispielzeichnung zeigt sie noch 1:250. Die übrigen Felder der Registerkarte bleiben so, wie die Vorlage sie setzt.
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- Maßstab 1 zu 500 wählen: In der Maßstabsliste 1:500 wählen; fehlt ein Wert, gibt es Benutzerdefinierter Maßstab. Das Kontrollkästchen AutoCAD-Variablen entsprechend festlegen gleicht nur Einheitenvariablen ab und hat mit dem Maßstab nichts zu tun. Mit OK schließen. Fragt danach eine Meldung, ob Einstellungen mit der größten Übereinstimmung festgelegt werden sollen, bestätigst du sie. Die Meldung gehört zu diesem Kontrollkästchen.
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- Probe mit 1:1000: Im Modellbereich auf eine Flächenbeschriftung der Grundstücke zoomen und die Höhe der Flächenziffern mit
ABSTANDmessen; der Flächenstil hat 2,5 mm Plothöhe, bei 1:500 sind das etwa 1,25 m. Dann den Maßstab kurz auf 1:1000 stellen, über die Maßstabsliste rechts unten in der Statusleiste. DanachREGENALLausführen und noch einmal messen: Die Ziffern sind doppelt so hoch, weil Plothöhe mal Maßstab gilt. Zum Schluss auf demselben Weg zurück auf 1:500 stellen und noch einmalREGENALLausführen.Screenshot anzeigen: 1:500
Screenshot anzeigen: 1:1000
Die Probe lief über die Statusleiste, und die Zeichnungseinstellungen sind mitgegangen: Öffnest du das Dialogfeld jetzt, zeigt es wieder 1:500. Zeichnungseinstellungen und Statusleiste zeigen also denselben Wert. Im Layout kommt der Standardmaßstab des Ansichtsfensters als zweiter Wert dazu; das zeigt der letzte Abschnitt.
Praxis Einen eigenen Beschriftungsstil anlegen
Für die Höhenkoten im zweiten Tutorial legen wir einen eigenen Punkthöhen-Stil an, statt den Stil Standard zu benutzen. Wir kopieren dafür einen Stil der Vorlage, so bleibt das Original unberührt. Alle DGM-Beschriftungsstile stehen im Projektbrowser auf der Registerkarte Einstellungen unter dem DGM-Knoten; je Beschriftungstyp gibt es einen eigenen Zweig, für Höhenkoten den Zweig Punkthöhe.
- Stilzweig aufklappen: Im Projektbrowser auf der Registerkarte Einstellungen den Knoten DGM aufklappen, darunter Beschriftungsstile und Punkthöhe. Darin stehen die Punkthöhen-Stile der Vorlage. Wir nehmen Höhenbeschriftung – 2 Nachkommastellen [2016], weil er die Höhe schon in der Genauigkeit zeigt, die der Lageplan braucht, und wir an der Kopie weniger umstellen müssen als bei Standard.
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- Stil kopieren: Mit der rechten Maustaste auf den gewählten Stil klicken und Kopieren wählen. Der Beschriftungsstil-Editor öffnet sich mit der Kopie. Auf der Registerkarte Informationen als Namen Höhe Plan 2.5 eintragen; ein sprechender Name hilft später, den eigenen Stil in jeder Stilliste sofort zu finden. Der Punkt statt des Kommas ist Absicht: Civil 3D sperrt das Komma in Objekt- und Stilnamen, genau wie Doppelpunkt, Schrägstrich und Pluszeichen.
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- Texthöhe setzen: Auf die Registerkarte Layout wechseln, in der Liste Komponentenname die Textkomponente DGM-Höhe wählen und in der Gruppe Text die Texthöhe prüfen: Die Kopie bringt 2,5 mm vom Original mit; steht dort etwas anderes, 2,5 mm eintragen. Der Wert ist die Plothöhe, also das Maß auf dem Papier. Civil 3D rechnet daraus mit dem Zeichnungsmaßstab die Höhe im Modellbereich.
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- Inhalt prüfen: In derselben Liste die Zeile Inhalt wählen, in die Wertespalte klicken und über die Schaltfläche mit den drei Punkten den Textkomponenten-Editor öffnen. Im Vorschaufeld steht das Eigenschaftsfeld der Höhe; sein Code P2 steht für zwei Nachkommastellen. Auf der Registerkarte Eigenschaften steht der Modifikator Einheit auf Meter und die Genauigkeit auf 0.01, passend für den Lageplan. Mit OK geht es zurück zum Beschriftungsstil-Editor.
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- Stil speichern und prüfen: Den Beschriftungsstil-Editor mit OK schließen. Im Projektbrowser steht Höhe Plan 2.5 jetzt unter Punkthöhe neben den Stilen der Vorlage, das Original ist unverändert. Im zweiten Tutorial wählen wir genau diesen Stil im Dialogfeld Beschriftungen hinzufügen, im vierten kopieren wir ihn für einen Ausdruck, also für einen Wert, den kein Eigenschaftsfeld direkt liefert.
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Willst du im Textkomponenten-Editor ein Format ändern, etwa die Nachkommastellen, löschst du das vorhandene Feld im Vorschaufeld samt seinem Klammercode. Dann wählst du auf der Registerkarte Eigenschaften in der Liste Eigenschaften die Eigenschaft des gelöschten Felds und stellst den Modifikator um, hier die Genauigkeit. Zum Schluss fügst du das Feld über die Pfeilschaltfläche neu ein. Ein Feld direkt im Vorschaufeld umzuschreiben funktioniert nicht, die Beschriftung zeigt dann nur Fragezeichen. Schritt für Schritt machen wir das im vierten Tutorial, beim Ausdruck und beim Flächenformat der Tabelle. In derselben Modifikatorliste steht auch das Dezimalzeichen. Die Vorlagenstile setzen es auf Punkt, deshalb zeigen die Flächenbeschriftungen 540.00; soll der Plan ein Komma zeigen, stellst du es hier um.
Wer steuert Schrift, Größe, Farbe und Layer?
Jetzt, wo wir im Editor waren, lohnt sich der Überblick, wer was steuert. Diese vier Eigenschaften suchst du im Alltag am häufigsten, und sie sitzen an verschiedenen Stellen: Schrift und Layer auf der Registerkarte Allgemein, Größe und Farbe auf der Registerkarte Layout.
| Eigenschaft | Wo sie sitzt | Was dabei zu wissen ist |
|---|---|---|
| Schrift | Registerkarte Allgemein, Feld Textstil | Eine einzelne Komponente kann eine eigene Schriftart bekommen: im Textkomponenten-Editor auf der Registerkarte Format. Diese Schriftart überschreibt den Textstil (Fehler 8 der Fehlerbehebung). |
| Größe | Registerkarte Layout, Gruppe Text, Feld Texthöhe | Das ist eine Plothöhe. Die Höhe kommt immer aus der Texthöhe im Beschriftungsstil. Eine feste Höhe im Textstil ändert daran nichts, ebenso wenig das Kontrollkästchen Beschriftung (annotativ) des Textstils. |
| Farbe | Registerkarte Layout, Komponente wählen, Gruppe Text, Zeile Farbe; der Rahmen hat seine eigene Zeile Farbe in der Gruppe Ränder | Die Farbe lässt sich fest wählen oder auf VonLayer beziehungsweise VonBlock stellen. VonLayer nimmt sie vom Layer im Stil (nächste Zeile); was VonBlock bei Beschriftungen genau tut, gehört in den Tiefgang. Jede Komponente hat ihre eigene Farbe. |
| Layer | Registerkarte Allgemein, Feld Layer | Hier spielen drei Layer zusammen: der Layer der Beschriftung (Zeichnungseinstellungen, Registerkarte Objektlayer), das Feld Layer im Stil für die Komponenten und der Layer des Objekts. Einzelheiten unter der Tabelle. |
Zum Layer noch drei Punkte. Die Beschriftung selbst liegt auf dem Layer aus den Zeichnungseinstellungen: Registerkarte Objektlayer, Zeile Trianguliertes DGM-Beschriftung, in der Vorlage C-Beschriftung DGM. Das Feld Layer im Stil gilt für die Komponenten der Beschriftung. Komponenten mit VonLayer holen sich von diesem Layer Farbe, Linientyp und Linienstärke, und über ihn werden sie auch ausgeblendet. Steht im Feld die Vorgabe 0, übernimmt der Layer der Beschriftung diese Aufgaben. In der Vorlage steht dort derselbe Layer C-Beschriftung DGM. Und ist der Layer des DGM gefroren oder ausgeschaltet, verschwinden seine Beschriftungen mit, auch wenn sie auf einem anderen Layer liegen.
Für alle Stile eines Typs auf einmal gibt es die Beschriftungsstilvorgaben. Die Sammlung dafür findest du im Projektbrowser auf drei Ebenen: Zeichnung, Objekt und Beschriftungsstil. Rechtsklick auf die Sammlung, Eintrag Beschriftungsstilvorgaben bearbeiten. Wie die drei Ebenen vererben, wie Überschreibungen und Sperren wirken, zeigt der Tiefgang zu Stilen und Vorlagen.
Praxis Im Layout gegenprüfen
Die Gegenprobe zeigt, dass ein Stil für jeden Plotmaßstab genügt. Du brauchst dafür ein Layout mit einem Ansichtsfenster; die Vorlage bringt in der Regel eines mit. Wie man Blätter und Ansichtsfenster für die Abgabe aufbaut, zeigt Kapitel 14 zur Planausgabe. Ist das Ansichtsfenster gesperrt, entsperrst du es vorher in seinen Eigenschaften, sonst lässt sich der Ausschnitt nicht einpassen.
Solange nichts gewählt ist, zeigt die Statusleiste im Layout keinen Maßstab. Wählst du das Ansichtsfenster, erscheint rechts unten in der Statusleiste der Maßstab des ausgewählten Ansichtsfensters. Das ist derselbe Wert wie im Feld Standardmaßstab, und du kannst ihn auch in der Statusleiste umstellen. Nach einem Doppelklick ins Ansichtsfenster kommt einiges dazu, das du für Civil-3D-Beschriftungen nicht brauchst: die Schalter für annotative AutoCAD-Objekte, die Sperre der Ansicht und der Abgleich mit dem Beschriftungsmaßstab. Den Abgleich lässt du in Ruhe, er stellt das Fenster auf den Beschriftungsmaßstab zurück und verschiebt deinen Ausschnitt.
- Ansichtsfenster wählen: Unten links auf eine Layout-Registerkarte wechseln, in der Beispielzeichnung M 500 – 297×420-A3-quer. Mit einem Doppelklick ins Ansichtsfenster wechseln, die Grundstücke einpassen und mit einem Doppelklick außerhalb zurück in den Papierbereich gehen. Dann den Rahmen des Ansichtsfensters anklicken und mit
Strg+1die Eigenschaften-Palette öffnen. Dort sitzt der Maßstab des Ansichtsfensters.Screenshot anzeigen
- Standardmaßstab setzen: In der Eigenschaften-Palette unter Sonstiges das Feld Standardmaßstab auf 1:500 stellen. Der Ausschnitt springt auf den neuen Maßstab, und die Beschriftungen stehen in ihrer Plothöhe auf dem Blatt. Rechts unten in der Statusleiste zeigt die Maßstabsanzeige des gewählten Ansichtsfensters denselben Wert. Das Feld Beschriftungs-Maßstab in der Palette bleibt dabei unverändert; es ist der Beschriftungsmaßstab für annotative AutoCAD-Objekte.
Screenshot anzeigen
- Maßstab wechseln und REGENALL: Den Standardmaßstab auf 1:1000 ändern und an der Befehlszeile
REGENALLeingeben. Die Grundstücke werden halb so groß, die Beschriftungen behalten ihre Plothöhe. OhneREGENALLzeigt das Ansichtsfenster noch den alten Stand. Das wirkt wie ein Stilfehler, die Anzeige ist aber nur veraltet. Deshalb gehört der Befehl nach jeder Änderung von Maßstab oder Zoom dazu.Screenshot anzeigen
Danach stellst du den Ansichtsfenstermaßstab wieder auf 1:500 zurück und führst noch einmal REGENALL aus. Wer das Ansichtsfenster gegen versehentliches Zoomen schützen will, sperrt die Anzeige in denselben Eigenschaften; mehr dazu in Kapitel 14.
Fehlen Beschriftungen ganz oder nur am Rand des Ausschnitts, liegt es meist an der Beschriftungssichtbarkeit oder den Beschriftungsoptionen in der Statusleiste; die Fehlerbehebung behandelt das als Fehler 2 und 3.
REGENALL in derselben Höhe. Im nächsten Tutorial setzen wir damit Höhenkoten, beschriften Höhenlinien und die Grundstücksgrenzen.