Civil 3D Grundlagen | Böschungen & Verschneidungen
Eine Böschung verbindet zwei Höhenniveaus: ein geplantes Niveau, etwa eine Baugrubensohle oder eine Dammkrone, und das vorhandene Gelände. In Civil 3D übernimmt das die Verschneidung. Sie konstruiert die Böschung automatisch von einer Kante aus, bis sie das Ziel erreicht. Dieses Ziel ist meist das Bestands-DGM, kann aber auch eine feste Höhe, eine relative Höhe oder ein fester Abstand sein. Aus der fertigen Verschneidung lässt sich ein eigenes DGM erzeugen und daraus die Aushub- und Auftragsmenge gegen den Bestand berechnen.
Dieses Kapitel führt in vier Tutorials vom Konzept und der ersten Böschung zu DGM über die vier Zieltypen, Übergänge und das Bearbeiten bis zu Verschneidungs-DGM, Volumen und Darstellung. Das vierte Tutorial ordnet die Verschneidung in das Geflecht aus Elementkante, Gebiet und DGM ein und grenzt sie gegen den Profilkörper ab. Dazu gibt es den interaktiven Böschungs-Explainer, in dem du Neigung, Böschungsfuß und Gebietskonflikt ohne Civil 3D durchspielst, und eine Kurzreferenz für den Ausdruck. Für den Ernstfall steht eine eigenständige Fehlerbehebung mit den häufigsten Problemen bereit. Der klassische Verschneidungs-Workflow gilt versionsübergreifend, neuere Funktionen sind an den passenden Stellen markiert.
Die Böschung ist die geneigte Fläche selbst, der schräge Übergang zwischen zwei Höhen. Die Verschneidung ist das Civil-3D-Objekt, das diese Böschung erzeugt und verwaltet. Sie nimmt eine Kante als Grundriss, eine Neigung und ein Ziel und berechnet daraus die Böschungsfläche samt Böschungsfuß. Im Alltag werden beide Begriffe oft synonym verwendet, technisch ist die Verschneidung die Methode und die Böschung das Ergebnis.
Das ist der Klassiker beim Einstieg. Die Böschung läuft mit einer festen Neigung vom Grundriss los und sucht den Schnitt mit dem Ziel-DGM. Ist die Neigung zu flach oder das Gelände zu weit weg, trifft die schräge Linie das DGM nicht mehr innerhalb der Modellgrenze, der Böschungsfuß fehlt. Dann hilft eine steilere Neigung, ein größeres Ziel-DGM oder eine andere Suchrichtung. Im Böschungs-Explainer lässt sich dieser Punkt live verschieben.
Die Verschneidungsgruppe findet ihren Grundriss nur im eigenen Gebiet. Alles, was im selben Gebiet liegt, wirkt zusammen: Eine kreuzende Elementkante kann die Verschneidung auf ihre Höhe ziehen, an Schnittpunkten entsteht ein gemeinsamer Teilungspunkt. Sollen Böschungen unabhängig bleiben, gehören sie in getrennte Gebiete. Diese Regel ist die häufigste Anfängerfalle und bekommt im vierten Tutorial einen eigenen Abschnitt.
Für flächige oder punktuelle Objekte wie Baugrube, Becken oder Plattform ist die manuelle Verschneidung die richtige Wahl. Für lineare Bauwerke entlang einer Achse, etwa einen Straßendamm, ist der Profilkörper mit einem Böschungs-Querschnittsbestandteil besser, weil er an jeder Station automatisch an das Gelände anschließt. Das vierte Tutorial zeigt die Entscheidung an konkreten Beispielen.
Aus der Verschneidungsgruppe entsteht ein eigenes DGM. Dieses Verschneidungs-DGM beschreibt das geplante Gelände. Stellst du es in den Verschneidungsmengen-Werkzeugen dem Bestands-DGM gegenüber, bekommst du Abtrag, Auftrag und Nettomenge. Wichtig ist nur, in den Verschneidungsgruppen-Eigenschaften eine Volumen-Basisoberfläche zu hinterlegen, sonst bleiben die Mengenfelder leer. Das dritte Tutorial geht den Weg Schritt für Schritt.
Was eine Verschneidung ist, ihre Anatomie aus Grundriss, Böschungsfuß, Projektionslinien und Fläche, die Neigungsangaben in Verhältnis, Prozent und Grad, und der vollständige Weg zur ersten Böschung von einer Elementkante zum Bestands-DGM.
Die vier Zieltypen Oberfläche, Höhe, relative Höhe und Entfernung, getrennte Neigungen für Abtrag und Auftrag, Übergänge zwischen unterschiedlich geneigten Böschungen und das nachträgliche Bearbeiten samt dynamischer Aktualisierung.
Das Verschneidungs-DGM erzeugen, Abtrag und Auftrag gegen den Bestand mit den Verschneidungsmengen-Werkzeugen berechnen und die Böschung im Lageplan über die Böschungsschraffur darstellen. Mit Brücke zur Mengenermittlung im Tiefgang.
Wie Verschneidung, Elementkante, Gebiet und DGM zusammenwirken, warum kreuzende Kanten im selben Gebiet die häufigste Fehlerquelle sind, die Entscheidung Verschneidung gegen Profilkörper und eine durchgehende Baugrube als Praxisbeispiel. Mit interaktivem Beziehungsmodell.
Böschung trifft das DGM nicht, Gebiet kapert die Verschneidung, Volumenfelder bleiben leer, Verschneidungs-DGM fehlt? Der Entscheidungsbaum führt zum passenden Fall, dazu eine Galerie mit den dreizehn häufigsten Problemen samt Diagnose, Lösung und QS-Checkliste.
Probier Neigung, Böschungsfuß und Gebietskonflikt im Browser aus. Stell die Neigung um und sieh den Böschungsfuß wandern, schalte den Zieltyp und beobachte, wann die Böschung das DGM verfehlt, und spiel den Gebietskonflikt zweier Kanten durch. Lernen ohne Civil 3D.
