Civil 3D | Geländeschnitt und Höhenplan: den Rahmen für jeden Längsschnitt setzen

Geländeschnitt und Höhenplan: den Rahmen für jeden Längsschnitt setzen

Ein Höhenplan ist die Arbeitsfläche, auf der die Höhenentwicklung deiner Trasse lesbar wird. Er zeigt zuerst den Geländelängsschnitt aus dem DGM und später die Gradiente, also deinen Entwurf. Dieses Tutorial baut diesen Rahmen Schritt für Schritt auf: erst die Datenbasis, dann die Darstellung, danach die Einstellungen, die den Plan plotfähig machen.

Der Ablauf ist immer derselbe: Geländelängsschnitt aus dem DGM ableiten, Höhenplan über den Assistenten anlegen, Höhenbereich und Bänder bewusst setzen. Ein paar Klicks reichen zwar, aber die Qualität entsteht durch die kleinen Entscheidungen: welcher Stationsbereich, welcher Höhenbereich, welche Linien sichtbar sind und welches Band auf welchen Längsschnitt zeigt.


Schritt 1 Was ist ein Höhenplan?

Der Höhenplan ist die zweidimensionale Seitenansicht entlang einer Achse. Auf der horizontalen Achse liegt die Stationierung, auf der vertikalen die Höhe. In diesem Koordinatensystem werden der Geländeschnitt und später die Gradiente gezeichnet. Darunter liegen Datenbänder, seitlich steht der Rahmen mit Gitter und Beschriftungen.

Vier Begriffe tauchen in fast jedem Dialog wieder auf. Halte sie auseinander, dann liest sich Civil 3D deutlich ruhiger:

BegriffBedeutung
GeländelängsschnittDie Höhenlinie eines DGM entlang der Achse. In Civil 3D ist das ein Längsschnitt-Objekt, meist dynamisch mit Achse und DGM verknüpft.
GradienteDer Entwurfslängsschnitt, den du selbst zeichnest: geplante Höhenlage, etwa für Straße, Weg, Graben oder Kanal.
HöhenplanDie grafische Ansicht, in der Längsschnitte mit Gitternetz, Höhen- und Stationsbeschriftung, Datenbändern und Schraffur dargestellt werden.
BandsatzEine gespeicherte Zusammenstellung mehrerer Datenbänder. Typisch: ein Bandsatz für Straße, ein weiterer für Kanal.
In Civil 3D ist „Längsschnitt“ der Oberbegriff für jede Höhenlinie entlang der Achse, egal ob aus dem DGM abgeleitet (Geländelängsschnitt) oder selbst gezeichnet (Gradiente). Ein Geländelängsschnitt kann als Objekt in der Zeichnung liegen, ohne dass er in einem Höhenplan gezeichnet ist. Der Höhenplan ist der Rahmen, der Längsschnitte sichtbar macht.

Die folgende Skizze zeigt das Zusammenspiel. Links die Draufsicht mit Achse über dem DGM. Rechts der Höhenplan mit Geländeschnitt und Gradiente.

Draufsicht 205 215 225 Achse 0+00 3+00 Höhenplan H [m] 230 220 210 205 Geländeschnitt 0+00 0+50 1+50 2+00 2+50 3+00 Bandsatz Stationen Gelände Höhen

Schritt 2 Geländelängsschnitt aus dem DGM erzeugen

Für den Geländelängsschnitt brauchst du zwei Dinge in der Zeichnung: eine Achse und ein DGM. Beide können direkt in der DWG liegen oder per Datenverknüpfung referenziert sein. Wichtig ist nur: Civil 3D muss die Achse als Stationsbasis kennen und das DGM als Oberfläche auswerten können. Der eigentliche Schnitt ist danach ein kurzer, aber entscheidender Dialog.

  1. Achse auswählen: Klicke die Achse im Zeichenbereich an. Die kontextbezogene Registerkarte Achse erscheint in der Multifunktionsleiste.
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    Achse im Zeichenbereich ausgewählt
    Sobald die Achse markiert ist, erscheint die Registerkarte Achse mit allen achsspezifischen Werkzeugen.
  2. Befehl aufrufen: Kontextbezogene Registerkarte → Gruppe Launchpad bzw. LängsschnittwerkzeugeLängsschnitt aus DGM erstellen (CreateProfileFromSurface). Es öffnet sich der Dialog Längsschnitt aus DGM erstellen.
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    Menüpfad Längsschnitt aus DGM erstellen
    Der Befehl liegt in der Achse-Registerkarte unter Längsschnittwerkzeuge.
  3. DGM auswählen und hinzufügen: Wähle oben rechts das gewünschte DGM aus der Liste der verfügbaren Oberflächen und klicke auf Hinzufügen. Der Eintrag erscheint in der Längsschnittliste unten, mit Typ, Datenquelle, Stationsbereich und Höhenwerten.
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    DGM hinzugefügt, Längsschnittliste gefüllt
    Nach Hinzufügen taucht der Geländelängsschnitt unten in der Liste auf, inklusive der ermittelten Höhenwerte.
  4. Stationsbereich prüfen: Oben links im Dialog siehst du Anfang und Ende der Achse (z. B. 0+000.000m bis 0+321.745m). Behalte diese Vorgabe, solange du keinen konkreten Grund hast, den Bereich einzuschränken. Ein vollständiger Geländelängsschnitt ist der Normalfall; der sichtbare Ausschnitt wird erst im Höhenplan-Dialog festgelegt.
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    Stationsbereich oben im Dialog Längsschnitt aus DGM erstellen
    Die Felder Von Station und Bis Station stehen auf dem Achsbereich — meist unverändert lassen.
  5. Listeneintrag prüfen: Bevor du weitergehst, prüfe die Längsschnittliste. Falsch gewählte DGMs kannst du wieder entfernen. Jeder neu erzeugte Längsschnitt bekommt einen Namen, einen Stil, einen Layer und eine Aktualisierungsart. Ein sprechender Name wie Gelaende Bestand zahlt sich aus, sobald mehrere Geländelängsschnitte im Höhenplan liegen. Für Bestandsgelände ist dynamisch der Normalfall, damit spätere DGM- oder Achsänderungen im Längsschnitt ankommen.
  6. Dialog abschließen: Klicke auf OK, wenn du den Geländelängsschnitt später in einen bestehenden Höhenplan ziehen willst. Klicke auf In Höhenplan zeichnen, wenn der Höhenplan direkt im Anschluss entstehen soll. Für dieses Tutorial wählst du In Höhenplan zeichnen. Der Höhenplan-Dialog öffnet sich sofort (Schritt 3).
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    Dialog mit Schaltflächen OK und In Höhenplan zeichnen
    Beide Wege führen zum gleichen Ergebnis. Welcher bequemer ist, hängt vom Arbeitsstil ab.
Du kannst mehrere Geländelängsschnitte auf einmal erstellen, indem du mehrere DGMs auf einmal auswählst. Typisch sind zwei Linien: Bestand und Planungs-DGM, etwa nach einem Abtrag oder Auftrag. Sie landen parallel im Höhenplan und können farblich unterschieden werden.
Achtung: Ein dynamischer Geländelängsschnitt hängt an DGM und Achse. Wird eine der beiden Datenquellen gelöscht, umbenannt oder aus einer Datenverknüpfung gelöst, kann Civil 3D die Linie nicht mehr sauber aktualisieren. Prüfe dann in den Längsschnitt-Eigenschaften die Datenquelle oder erzeuge den Geländelängsschnitt neu.

Schritt 3 Höhenplan erzeugen

Der Höhenplan-Assistent führt durch mehrere Seiten. Für den ersten Wurf brauchst du vor allem Allgemein, Stationsbereich, Höhenplanhöhe, Längsschnitt-Anzeigeoptionen und Datenbänder. Die Schraffur stellst du erst fertig ein, wenn im nächsten Tutorial die Gradiente existiert.

Höhenplan-Dialog mit allen sieben Seiten in der linken Navigation
Die linke Navigation ist dein roter Faden durch den Dialog.
  1. Seite Allgemein — Achse, Name und Stil festlegen: Civil 3D trägt automatisch die Achse ein, die du beim Geländelängsschnitt ausgewählt hast. Prüfe, dass es die richtige ist. Vergib im Feld Höhenplanname einen sprechenden Namen (z. B. HP A1 Strasse oder HP Kanal) und wähle im Dropdown Höhenplanstil die passende Überhöhung, etwa Höhenplan — Überhöhung 1:10 — Raster horizontal 100-20 m — in Achsrichtung.
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    Allgemein-Seite im Höhenplan-Dialog mit geöffnetem Stil-Dropdown
    Auf der Seite Allgemein legst du Achse, Namen und Höhenplanstil fest. Das Stil-Dropdown zeigt die Überhöhungsvarianten der Vorlage.
  2. Seite Stationsbereich — vollen Bereich behalten: Die Option Automatisch nimmt Achsanfang bis -ende und ist der Normalfall. Bei späteren Achsänderungen bleibt der Höhenplan am Achsbereich orientiert; nach größeren Änderungen kontrollierst du Start und Ende trotzdem kurz in den Eigenschaften. Ein benutzerdefinierter Bereich ist nur dann sinnvoll, wenn du bewusst einen Abschnitt aus einer langen Trasse herausschneiden willst.
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    Allgemein-Seite im Höhenplan-Dialog mit geöffnetem Stil-Dropdown
    Auf der Seite Stationsbereich legst du die Länge des Höhenplans fest.
  3. Seite Datenbänder — Bandsatz wählen: Wähle oben im Feld Bandsatz wählen einen vordefinierten Bandsatz, der zu deinem Projekt passt: Bandsatz — Geländeschnitt, Bandsatz — Straße oder Bandsatz — Kanal. Die mitgelieferten Bänder (Bandtyp, Stil, Längsschnitt 1, Längsschnitt 2) erscheinen unten in der Tabelle. Eigene Bandsätze bauen wir in einem weiteren Tutorial.
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    Datenbänder-Seite im Höhenplan-Dialog mit Bandsatz-Auswahl
    Der gewählte Bandsatz füllt die Tabelle unten mit seinen Bändern. Hier die Standard-Variante mit Horizontpfeil, Geländehöhe und Stationierung.
  4. Profilquellen zuweisen: In den Tabellenspalten Längsschnitt 1 und Längsschnitt 2 legst du je Band fest, aus welcher Linie die Werte gelesen werden. Längsschnitt 1 ist meistens der Geländelängsschnitt, Längsschnitt 2 die spätere Gradiente. Ein Band für Bestandshöhen braucht nur den Geländelängsschnitt; ein Differenzband braucht beide. Falsche Zuweisungen sind die häufigste Fehlerquelle bei leeren oder falschen Bandwerten.
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    Bänder-Liste mit Profilquellen und Achsbezug
    In der Kanalvariante sieht man besonders deutlich, wie viele Bänder eine Profilquelle brauchen. Jede Zeile referenziert Längsschnitt 1 und 2 sowie die Achse.
  5. Dialog abschließen: Klicke auf Höhenplan erstellen. Civil 3D springt in den Zeichenbereich und fordert dich in der Befehlszeile auf, einen Einfügepunkt zu wählen (Ursprung des Höhenplans wählen). Platziere den Höhenplan in einen freien Bereich rechts neben der Draufsicht — der Einfügepunkt ist der linke untere Rahmenpunkt.
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    Zeichenbereich mit Eingabeaufforderung CREATEPROFILEVIEW Ursprung des Höhenplans wählen
    Nach Höhenplan erstellen wartet Civil 3D auf einen Klick im Zeichenbereich. Die Befehlszeile zeigt CREATEPROFILEVIEW Ursprung des Höhenplans wählen.
Höhenplan mit Geländeschnitt (grün) und Gradiente (orange) sowie Bändern Geländehöhe und Stationierung
So wird der fertige Höhenplan nach Tutorial 01 und 02 aussehen: Rahmen, Gitter, Geländelängsschnitt (grün), Datenbänder für Gelände und Stationierung. Die orange Gradiente kommt in Tutorial 02 dazu.

Schritt 4 Höhenplan feintunen

Jetzt sind die vier Dialog-Seiten an der Reihe, die wir erstmal ausgelassen haben. Sie machen aus dem Plan ein plot-fähiges Dokument: Saubere Höhengrenzen, kontrollierte Überhöhung, passende Längsschnitt-Stile und optional die Schraffur zwischen Gelände und Gradiente.

Höhenbereich und Überhöhung

Die Seite Höhenbereich legt die vertikalen Grenzen des Höhenplans fest. Standard ist Automatisch; Civil 3D orientiert sich dann an den Höhen der gezeichneten Längsschnitte und berücksichtigt einen Puffer. Für saubere Höhenbeschriftungen lohnt es sich aber fast immer, hier gerade Werte einzutragen.

  1. Höhe manuell setzen: Auf der Seite Höhenplanhöhe wechselst du von Automatisch auf Benutzerdefiniert und trägst z. B. 264 m als untere und 272 m als obere Grenze ein. Der Höhenplan zeichnet dann Gitterlinien bei geraden Werten statt krummen Zwischenhöhen wie 267,31 m.
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    Seite Höhenplanhöhe mit benutzerdefinierten Werten für Min und Max
    Die automatisch ermittelten Min/Max-Höhen stehen im oberen Feld, die bewusst gewählten unten. Gerade Werte im Gitter lesen sich auf dem Plot angenehmer.
  2. Abgetreppter Höhenplan bei großen Höhenunterschieden: Bei langen Trassen mit großen Höhenunterschieden würde ein einzelner Höhenplan extrem hoch oder extrem gestaucht. Civil 3D kann den Plan dann als abgetreppten Höhenplan zeichnen, in mehreren versetzten Bändern übereinander. Der Schalter dafür sitzt unten auf derselben Seite Höhenplanhöhe (Kontrollkästchen Abgetreppter Höhenplan). Für den Einstieg ist diese Darstellung unübersichtlich; meistens ist es ruhiger, mehrere getrennte Höhenpläne mit jeweils einem Stationsabschnitt anzulegen.
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    Seite Höhenplanhöhe mit benutzerdefinierten Werten für Min und Max
    Durch aktivieren dieser Checkbox sind weitere Einstellungen verfügbar
Überhöhung, der wichtigste Profi-Kniff: Höhenpläne werden fast immer überhöht gezeichnet, typisch 1:10 (Höhenachse 10-fach gedehnt gegenüber der Stationsachse). Ohne Überhöhung wären Neigungen und Ausrundungen mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Die Überhöhung steckt im Höhenplan-Ansichtsstil (Eigenschaft Vertikaler Maßstab) — nicht im Höhenbereich selbst. Ein Stilwechsel auf Höhenplan 1:100/1:1000 reicht, um zwischen verschiedenen Überhöhungsstufen zu wechseln.
Reserve einplanen: Setze den Höhenbereich beim Anlegen großzügig an, drei bis fünf Meter über der höchsten und unter der tiefsten Geländelinie. Dann passen spätere Gradienten-Höhen sicher hinein, ohne dass der Rahmen neu aufgezogen werden muss.

Längsschnitt-Anzeigeoptionen

Auf dieser Seite stellst du ein, wie die einzelnen Längsschnitte im Höhenplan dargestellt werden. Für jeden Längsschnitt (also den Geländelängsschnitt und später die Gradiente) kannst du Stil, Beschriftung und Sichtbarkeit separat steuern.

  1. Geländelängsschnitt-Stil prüfen: Für die bestehende Geländelinie nimmst du einen unauffälligen Stil, etwa eine dünne graue oder braune Linie. Die Gradiente soll im Plan später der Blickfang sein. Die Einstellung liegt auf der Seite Längsschnitt-Anzeigeoptionen in der Spalte Stil.
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    Seite Höhenplanhöhe mit benutzerdefinierten Werten für Min und Max
    In der Spalte „Stil“ kannst du die Optik des Längsschnittes entsprechend verändern
  2. Beschriftung ausblenden: Direkte Stationsbeschriftung am Geländelängsschnitt ist selten sinnvoll, sie überlagert sich mit den Datenbändern. In der Spalte Beschriftungssatz kannst du die Beschriftung pro Längsschnitt deaktivieren. In der Regel auf „_keine Darstellung“.
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    Seite Höhenplanhöhe mit benutzerdefinierten Werten für Min und Max
    Beschriftung kann auf „_keine Darstellung“ bleiben

Schraffur zwischen Gelände und Gradiente

Die Seite Längsschnittschraffur-Optionen steuert, ob die Flächen zwischen Geländelängsschnitt und Gradiente farbig gefüllt werden. Braun für Abtrag, grün für Auftrag ist Konvention. Die Schraffur ist dynamisch: ändert sich die Gradiente, zeichnet Civil 3D die Füllung automatisch neu.

  1. Schraffur später einrichten: Solange die Gradiente noch nicht existiert, hat die Schraffur nur eine Linie und bleibt leer. Lass die Seite beim ersten Anlegen unverändert und konfiguriere die Schraffur nachträglich über die Höhenplan-Eigenschaften, sobald die Gradiente steht. Links siehst du die vier Optionstypen (Abtragsfläche, Auftragsfläche, Mehrere Begrenzungen, Aus Kriterium), rechts bleibt die Schraffurflächen-Tabelle beim ersten Durchlauf leer.
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    Seite Längsschnittschraffur-Optionen mit leerer Schraffurfläche-Tabelle
    Links die vier Schraffurtypen, rechts die noch leere Tabelle der Schraffurflächen. Fehlt die Gradiente, bleibt die Schraffur leer.

Schritt 5 Höhenplan-Eigenschaften nachjustieren

Fast alles aus dem Erstell-Dialog lässt sich nachträglich ändern. Dafür gibt es den Dialog Höhenplan-Eigenschaften: Rechtsklick auf den Rahmen des Höhenplans → Höhenplan-Eigenschaften. Die Registerkarten heißen nicht immer exakt wie im Assistenten, steuern aber dieselben Kernfragen: Name und Stil, Stationsbereich, Höhenbereich, angezeigte Längsschnitte, Bänder, Schraffur und bei Bedarf Projektionen oder Rohrnetze.

Höhenplan-Eigenschaften Dialog
Die Höhenplan-Eigenschaften sind die zentrale Nachbearbeitung. Änderungen wirken, sobald auf Anwenden geklickt wird.

Die wichtigsten Aufgaben im Dialog:

SeiteTypischer Anlass
InformationenHöhenplan-Stil austauschen, etwa für eine andere Überhöhung oder Gitterdarstellung.
StationsbereichGrenzen verschieben, wenn die Achse verlängert wurde.
HöhenbereichHöhenausschnitt erweitern oder einkürzen, wenn die Gradiente über den Rand hinausläuft.
Längsschnitt-AnzeigeoptionenLängsschnitte ein-/ausblenden beim Varianten-Vergleich.
BänderProfilquellen neu zuweisen oder einzelne Bänder austauschen.
SchraffurAbtrag und Auftrag zwischen Gelände und Gradiente farbig darstellen, sobald beide Längsschnitte vorhanden sind.
  1. Höhenplan-Eigenschaften öffnen: Rechtsklick auf den Rahmen → Höhenplan-Eigenschaften.
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    Dialog Höhenplan-Eigenschaften Seite Informationen
    Auf der Seite Informationen regelst du Namen, Beschreibung und Stil.
  2. Stationsbereich justieren: Auf der Seite Stationsbereich Start- und Endstation neu setzen. Der Höhenplan zieht sich entsprechend zusammen oder auseinander.
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    Stationsbereich in den Eigenschaften
    Werte direkt eingeben oder per Pfeilsymbol aus der Zeichnung angeln.
  3. Höhenbereich anziehen: Auf Höhenbereich den automatischen Bereich abschalten und Werte eintragen. Gerade Zehner, mindestens zwei Meter Reserve über der höchsten und unter der tiefsten Linie.
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    Höhenbereich manuell anpassen
    Feste Höhenwerte verhindern, dass beim Drucken irritierende Bruchzahlen im Gitter stehen.
  4. Längsschnitt-Anzeige schalten: Auf Längsschnitt-Anzeigeoptionen einen Längsschnitt aus- oder wieder einblenden, Stil tauschen, Beschriftung schalten.
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    Längsschnitt-Anzeigeoptionen
    Hier kannst du Varianten-Vergleiche schnell ein- und ausschalten.
  5. Bänder pflegen: Auf Bänder Profilquellen neu zuweisen, einzelne Bänder löschen oder neue hinzufügen. Das vollständige Bandsatz-Handling steht in Tutorial 03.
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    Bänder-Liste in den Eigenschaften
    Einzelne Bänder kannst du inline austauschen, ohne den kompletten Bandsatz neu zu laden.
  6. Schraffur aktivieren (nach Tutorial 02): Sobald die Gradiente existiert, setzt du im Tab Schraffur je eine Zeile für Abtrag und Auftrag. Bei Abtrag ist die obere Begrenzung der Geländelängsschnitt und die untere Begrenzung die Gradiente. Bei Auftrag ist es umgekehrt: oben Gradiente, unten Gelände. Die Profilstile HP Abtrag (in Braun) und HP Auftrag (in Grün) bringen die Farben mit.
    Screenshot: leerer Schraffur-Tab
    Schraffur-Tab der Höhenplan-Eigenschaften ohne konfigurierte Flächen
    Leerer Ausgangszustand: Links die vier Flächentypen, rechts die noch leere Tabelle. Fehlt die Gradiente, kann die Schraffur keine Fläche bilden.
    Screenshot: Schraffur konfiguriert
    Schraffur-Tab mit Abtrag und Auftrag inklusive oberer und unterer Begrenzung
    Konfigurierter Zustand: Abtrag mit oberer Begrenzung Geländeschnitt und unterer Begrenzung Gradiente, Auftrag umgekehrt, mit Profilstilen in Braun und Grün.
Achtung bei festen Bereichen: Sobald du Stations- oder Höhenbereich bewusst benutzerdefiniert setzt, erwartet Civil 3D auch eine bewusste Pflege. Prüfe diese Grenzen nach Achsverlängerungen, DGM-Aktualisierungen und Gradientenänderungen. Viele scheinbar verschwundene Linien liegen nur außerhalb des aktuellen Ausschnitts.

Bonus Mehrere Geländeschnitte und überlagerte Längsschnitte

In der Praxis willst du oft mehrere Linien parallel zeigen: Bestand und Planungs-DGM, zwei Bodenhorizonte, oder die Gradiente einer Nachbarachse. Civil 3D bietet dafür zwei unterschiedliche Wege. Längsschnitte derselben Achse blendest du direkt im Höhenplan ein; Längsschnitte einer anderen Achse kommen als überlagerter Längsschnitt in den Ziel-Höhenplan.

Zweiten Geländelängsschnitt anlegen

  1. Geländelängsschnitt wiederholen: Wiederhole die Schritte aus Kapitel 2 mit einem anderen DGM (z. B. DGM-Planung statt DGM-Bestand). Gib dem Längsschnitt einen sprechenden Namen, etwa Gelaende Planung. Im Dialog Längsschnitt aus DGM erstellen taucht er danach als zweiter Eintrag in der Längsschnittliste auf.
  2. In bestehenden Höhenplan ziehen: Rechtsklick auf den Höhenplan → Höhenplan-Eigenschaften → Tab Längsschnitte → den zweiten Längsschnitt in der Liste aktivieren (Spalte Zeichnen). Weise ihm in der Spalte Stil einen abweichenden Linienstil zu, damit sich die beiden Geländelinien optisch unterscheiden.
  3. Schraffur umstellen (optional): Wenn du die Differenzfläche zwischen Bestand und Planungs-DGM visualisieren willst, setze auf dem Tab Schraffur die beiden Geländelängsschnitte als Paar ein, nicht Gelände und Gradiente.

Überlagerter Längsschnitt

Ein überlagerter Längsschnitt zeigt einen Längsschnitt, der zu einer anderen Achse gehört, im aktuellen Höhenplan. Typisch ist der Knotenpunkt: Im Höhenplan der Hauptachse soll die Gradiente einer Nebenachse oder eines Durchlasses sichtbar werden, damit Höhenbeziehungen am gemeinsamen Bereich kontrolliert werden können. Der überlagerte Längsschnitt bleibt dynamisch mit seiner Ursprungsachse und seinem Ursprungslängsschnitt verknüpft.

  1. Quelle vorbereiten: Der Längsschnitt, den du überlagern willst, muss bereits in einem eigenen Höhenplan sichtbar sein. Civil 3D braucht eine Quelllinie und einen Ziel-Höhenplan.
  2. Befehl aufrufen: Startseite → Gruppe Entwurf erstellenLängsschnittÜberlagerten Längsschnitt erstellen (Befehl SuperimposeProfile). Wähle im Quell-Höhenplan die Längsschnittlinie, die überlagert werden soll.
    Screenshot: Befehl aufrufen
    Befehl aufrufen
    Unter „Entwurf erstellen“ dann „Längsschnitt“ kann der Befehl erreicht werden.
  3. Zielhöhenplan wählen: Klicke den Höhenplan an, in dem die überlagerte Linie erscheinen soll. Im anschließenden Dialog kannst du den Stationsbereich begrenzen und die Genauigkeit der Kurvenauflösung steuern.
    Screenshot: Grenzwerte
    Dialog Überlagerter Längsschnitt mit Stationsbereich
    Einstellungen Stationsbereich
    Screenshot: Genauigkeit
    Dialog Überlagerter Längsschnitt Genauigkeit
    Einstellungen Genauigkeit
  4. Stil zuweisen: Öffne danach die Höhenplan-Eigenschaften des Zielplans und gib dem überlagerten Längsschnitt einen eigenen Stil, zum Beispiel gestrichelt oder farblich gedämpft. So bleibt er als Bezugslinie erkennbar und konkurriert nicht mit der Haupt-Gradiente.
Mehr als drei Linien pro Höhenplan werden schnell unleserlich. Wenn du vier oder fünf Varianten vergleichen willst, ist ein separater Höhenplan mit nur zwei Linien pro Variante meist die ruhigere Lösung.
Checkpoint: Der Rahmen steht, der Geländelängsschnitt ist sichtbar, die Datenbänder zeigen Werte. Als Nächstes kommt die Gradiente: Tangenten, Stützpunkte, Ausrundungen und die drei Editoren.