Lineare Objekte

Lineare Objekte sind das Rückgrat jeder technischen Zeichnung. In diesem Tutorial lernst du die verschiedenen Typen kennen und erfährst, wie du sie effektiv einsetzt. Wir starten mit den einfachsten Formen und arbeiten uns zu komplexeren Geometrien vor.

Linie (Kürzel: L)

Die Linie ist das einfachste Zeichenobjekt in AutoCAD. Du findest den Befehl in der Multifunktionsleiste Start in der Gruppe Zeichnen.

So gehst du vor:

  1. Starte den Befehl Linie.
  2. Klicke an einer beliebigen Position in die Zeichnung (das ist dein Startpunkt).
  3. Bewege die Maus zum Zielpunkt. Du siehst ein ‚Gummiband‘, das dir die künftige Linie anzeigt. Wichtig: Du musst die Maustaste dabei nicht gedrückt halten.
  4. Klicke den Zielpunkt.
  5. Der Befehl bleibt aktiv und du kannst fortlaufend weitere Segmente zeichnen. Jedes Segment ist dabei ein eigenständiges Linienobjekt.
  6. Beende den Befehl mit der Eingabetaste.

Ein praktischer Trick: Nach dem Beenden kannst du durch Drücken der Eingabetaste oder Leertaste den letzten Befehl wiederholen, je nachdem, wie du deinen Rechtsklick eingestellt kannst du auch den Befehl mit einem Rechtsklick wiederholen. Drückst du dann nochmals die Eingabetaste, beginnt die neue Linie exakt dort, wo die vorherige aufgehört hat.

Bogen (Kürzel: B)

Bögen werden in ihrer einfachsten Form durch drei Punkte definiert. Klicke auf die obere Hälfte der Schaltfläche Bogen in der Gruppe Zeichnen, um die 3-Punkt-Variante zu starten. Nach dem Setzen der drei Punkte ist der Befehl sofort beendet.

Für mehr Kontrolle klicke auf die untere Hälfte der Schaltfläche. Es öffnet sich ein Flyout-Menü mit weiteren Konstruktionsoptionen, zum Beispiel:

  • Start, Ende, Radius: Definiere Start- und Endpunkt sowie den gewünschten Radius
  • Start, Mitte, Ende: Definiere den Bogen über seinen Mittelpunkt
  • Start, Ende, Richtung: Lege die Tangentialrichtung am Startpunkt fest

Nachträglich kannst du den Radius eines Bogens über die Eigenschaftspalette ändern. Markiere den Bogen, öffne die Eigenschaften über das Kontextmenü (rechte Maustaste) und ändere dort den Wert.

Polylinie (Kürzel: PL)

Die Polylinie ist eines der wichtigsten Objekte in der Infrastrukturplanung mit AutoCAD Civil 3D. Im Gegensatz zu einzelnen Linien und Bögen fasst eine Polylinie mehrere Stützpunkte zu einem zusammenhängenden Objekt zusammen. Die Segmente können linear oder bogenförmig sein, und das Ganze lässt sich am Ende optional schließen, um eine Fläche zu definieren.

So arbeitest du mit Polylinien:

  1. Starte den Befehl Polylinie über die Gruppe Zeichnen.
  2. Klicke nacheinander die gewünschten Stützpunkte.
  3. Möchtest du ein Bogensegment zeichnen, wechsle in der Befehlszeile zur Option Kreisbogen (den Großbuchstaben eingeben und mit Enter bestätigen oder in der Befehlszeile anklicken).
  4. Mit der Option Linie gelangst du zurück zu linearen Segmenten.
  5. Die Option Zurück in der Befehlszeile entfernt den letzten Stützpunkt (nicht die Zurück-Schaltfläche in der Schnellzugriffsleiste!).
  6. Zum Beenden: Eingabetaste drücken. Zum Schließen: Die Option Schließen in der Befehlszeile verwenden.

Wichtig: Damit eine Polylinie als ‚geschlossen‘ gilt, reicht es nicht, den letzten Punkt auf den ersten zu setzen. Die Polylinie muss die Eigenschaft Geschlossen=Ja besitzen. Du kannst das in der Eigenschaftspalette überprüfen und umschalten.

Rechteck (Kürzel: RE)

Ein Rechteck ist im Grunde eine geschlossene Polylinie mit vier Stützpunkten. Du definierst es über zwei diagonal gegenüberliegende Eckpunkte (links unten, rechts oben). Der Vorteil: AutoCAD berechnet die anderen beiden Ecken automatisch.

Standardmäßig richtet sich das Rechteck am kartesischen Koordinatensystem aus. Möchtest du ein gedrehtes Rechteck zeichnen, nutze die Befehlszeilenoption Drehung: Setze den ersten Punkt, wähle die Option Drehung, gib den Winkel ein und bestimme dann den zweiten Punkt.

Umgrenzung (Kürzel: UM)

Während das Rechteck eine vordefinierte Form hat, erstellt der Befehl Umgrenzung eine geschlossene Polylinie aus einer beliebigen Kontur. Du klickst einfach in einen Bereich, der von Linien, Kreisen und Bögen umschlossen ist, und AutoCAD erkennt die geschlossene Form automatisch.

In der Praxis ist das besonders nützlich, wenn du aus einer Katasterkarte, die nur aus einzelnen Linien besteht, geschlossene Gebäude- oder Flurstückspolygone ableiten möchtest. Du findest den Befehl in der Multifunktionsleiste Start in der Erweiterung der Gruppe Zeichnen im Flyout für die Schraffur.

Kreis (Kürzel: K)

Die Standardmethode definiert einen Kreis über Mittelpunkt und Radius. Darüber hinaus gibt es im Flyout-Menü weitere Varianten:

  • 2 Punkte: Definiert den Kreis über zwei gegenüberliegende Punkte (Durchmesser)
  • 3 Punkte: Der Kreis verläuft durch drei beliebige Punkte
  • Tan, Tan, Tan: Der Kreis berührt drei Objekte tangential

Ellipse (Kürzel: EL)

Eine Ellipse definierst du über den Mittelpunkt sowie die Längen von Haupt- und Nebenachse. Starte den Befehl, setze den Mittelpunkt und bestimme dann nacheinander Länge und Ausrichtung beider Achsen.

Spline (Kürzel: SPL)

Eine Spline ist vergleichbar mit einer Polylinie, verbindet ihre Stützpunkte aber mit geschwungenen Kurven statt geraden Segmenten. Du hast zwei Konstruktionsmethoden zur Auswahl:

  • Spline-Angleichung: Die Kurve verläuft exakt durch die geklickten Punkte
  • Spline-KS (Kontrollscheitelpunkte): Die Punkte dienen als Steuerungspunkte, die Kurve nähert sich ihnen an

Beende den Befehl mit der Eingabetaste für eine offene Spline oder nutze die Option Schließen. Wenn du eine Spline markierst, werden die Scheitelpunkte sichtbar. Über den dreieckigen Funktionsgriff kannst du zwischen Anpassungs- und Kontrollscheitelpunkten umschalten.

Ein Hinweis für die Praxis: Nicht alle Funktionen im Infrastrukturbereich unterstützen Splines. Für intuitive 2D- und 3D-Entwürfe sind sie hervorragend geeignet. Planst du jedoch den Datenaustausch mit Projektpartnern, die kein AutoCAD nutzen, konvertiere die Splines vorher in Polylinien.