Verschneidung im Zusammenspiel: Elementkante, Gebiet und Profilkörper
Die ersten drei Tutorials haben die Verschneidung als Werkzeug gezeigt: Böschung bauen, Kriterien einstellen, DGM und Volumen erzeugen. Jetzt geht es um die Frage, die im Alltag die meisten Probleme macht: Wie hängt die Verschneidung mit den anderen Objekten zusammen, und woher kommen die typischen Fehler?
Eine Verschneidung steht nie für sich. Sie braucht eine Elementkante als Grundriss, lebt in einem Gebiet, zielt auf ein DGM und liefert ein neues DGM mit Volumen. Wer dieses Geflecht versteht, baut Böschungen, die stabil bleiben, wenn sich das Projekt ändert. Und er erkennt früh, wann eine Verschneidung gar nicht das richtige Werkzeug ist.
Die Verschneidung in der Mitte braucht Zulieferung und gibt etwas weiter. Schalte die Rollen durch und sieh, welche Objekte in welche Richtung wirken.
Quelle: Was die Verschneidung braucht
Was passiert? Die Elementkante liefert Lage und Starthöhe, das Bestands-DGM das Ziel.
Beispiel: Die Sohlkante der Baugrube ist der Grundriss, das vermessene Gelände das Ziel-DGM.
Merke: Ohne Grundriss-Elementkante mit echten Höhen und ohne gültiges Ziel-DGM kann keine Böschung zu DGM entstehen.
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Modell Das Geflecht: Quelle, Prozess, Ergebnis
Drei Rollen reichen, um die Verschneidung einzuordnen. Sie sind kein zusätzlicher Befehl, sondern ein Denkmodell für die Richtung der Abhängigkeit.
| Rolle | Wer übernimmt sie | Was daran wichtig ist |
|---|---|---|
| Quelle | Die Grundriss-Elementkante (Lage und Höhe) und das Ziel-DGM. | Beide müssen stimmen, bevor die Verschneidung rechnet. Die Kante braucht echte Höhen, das DGM muss den Bereich abdecken. |
| Prozess | Die Verschneidung im Gebiet, gesteuert vom Kriteriensatz. | Hier entscheiden Zieltyp, Neigung und Gebiet. Das Gebiet bestimmt, was zusammenwirkt. |
| Ergebnis | Das Verschneidungs-DGM und die daraus berechneten Volumen. | Das Ergebnis aktualisiert sich, solange die Kette dynamisch und das DGM neu aufgebaut ist. |
Der durchgehende Faden ist die dynamische Verknüpfung: eine Quelle, viele abhängige Linien. Du pflegst die Grundriss-Elementkante, und Böschung, Verschneidungs-DGM und Volumen ziehen nach. Das spart Doppelarbeit, hat aber eine Bedingung: Jeder aufbauende Schritt braucht einen klaren Neuaufbau. Die Böschung folgt der Kante automatisch, das Ziel-DGM dagegen muss bei Geländeänderung neu berechnet werden, sonst hängt die Böschung am alten Stand.
Kernfalle Die Gebietsregel und ihre Fallen
Die mit Abstand häufigste Anfängerfalle hängt am Gebiet. Die Regel ist einfach, ihre Folgen sind es nicht: Alles, was im selben Gebiet liegt, wirkt zusammen. Verschneidungsgruppen finden ihren Grundriss nur im eigenen Gebiet, und mehrere Kanten im selben Gebiet einigen sich an Kreuzungen auf eine gemeinsame Höhe.
An Kreuzungen zweier Kanten im selben Gebiet entsteht ein Teilungspunkt mit genau einer Höhe. Welche Kante dort gewinnt, hängt vom Elementkanten-Stil ab und davon, welche Kante zuletzt bearbeitet wurde; in der Praxis gewinnt meist die zuletzt bearbeitete. Das ist das berüchtigte „last one wins“. Wer den Effekt nicht kennt, sucht den Fehler bei der Höheneingabe, dabei liegt er im Gebiet.
| Du willst | Gebietsentscheidung | Wirkung |
|---|---|---|
| Verschneidung greift auf die Kante zu | Kante und Gruppe ins selbe Gebiet | Die Kante dient als Grundriss der Verschneidung. |
| Zwei Böschungen sollen sich nicht beeinflussen | Getrennte Gebiete | Keine Kopplung, jede Verschneidung bleibt für sich. |
| Eine Hilfslinie soll nichts auslösen | Gebiet auf <Keine> | Die Linie bleibt isoliert, ohne Gebietswirkung. |
Entscheidung Verschneidung oder Profilkörper?
Beide bauen Böschungen, aber für unterschiedliche Geometrien. Die Entscheidung fällt fast immer entlang einer einzigen Frage: Ist das Objekt flächig und punktuell, oder linear entlang einer Achse?
| Merkmal | Manuelle Verschneidung | Profilkörper mit Böschungs-Querschnittsbestandteil |
|---|---|---|
| Form des Objekts | Flächig oder punktuell | Linear entlang einer Achse |
| Typische Fälle | Baugrube, Erdbecken, Plattform, Pad, Parkplatz | Straßendamm, Trasse, Bahnkörper, Deich entlang Achse |
| Grundlage | Elementkante als Grundriss | Achse plus Längsschnitt, Querschnitt aus Querschnittsbestandteilen |
| Geländeanschluss | Eine Böschung sucht das Ziel-DGM | Automatisch an jeder Station entlang der Achse |
| Böschungs-Querschnittsbestandteile | Verschneidungskriteriensatz | Querschnittsbestandteile wie BöschungStandard oder BöschungmitMulde |
Der Profilkörper spielt seine Stärke aus, wenn sich der Querschnitt entlang der Achse ändert und an jeder Station sauber an das Gelände anschließen soll. Für eine Baugrube wäre das unnötig kompliziert; dort ist die manuelle Verschneidung von der Sohlkante aus der direkte Weg. Profilkörper haben ein eigenes Kapitel; hier reicht die Abgrenzung.
Praxis Durchgehendes Beispiel: die Baugrube
Die Baugrube zieht sich als roter Faden durch dieses Kapitel. So fügt sich alles zusammen:
- Sohle als Elementkante: Die Baugrubensohle wird als geschlossene Elementkante mit echter Aushubtiefe gezeichnet, im richtigen Gebiet. Sie ist die Quelle.
- Verschneidungsgruppe und Ziel: Eine Verschneidungsgruppe im selben Gebiet bekommt das Bestands-DGM als Ziel. Der Kriteriensatz steht auf Zieltyp Oberfläche.
- Böschung nach außen: Von der Sohlkante läuft die Böschung nach außen und oben bis zum Geländeanschluss, mit der Abtragsneigung, etwa 1:1,5. Rundum entsteht der Böschungsfuß.
- Sohle mit Füllfläche schließen: Die umlaufende Böschung deckt nur den geneigten Ring ab; die flache Sohle bleibt ein Loch. Mit Füllfläche erstellen klickst du in die Sohle und schließt sie, sonst hat das DGM dort ein Loch und das Volumen stimmt nicht. Der Ablauf steht in Tutorial 3.
- Verschneidungs-DGM: Über die Gruppen-Eigenschaften entsteht das Verschneidungs-DGM, das geplante Gelände mit der Grube.
- Volumen: Mit dem Bestand als Volumen-Basisoberfläche liefern die Verschneidungsmengen-Werkzeuge die Aushubmenge.
- Änderung läuft durch: Wird die Grube größer, ziehst du die Sohlkante auf. Böschung, Verschneidungs-DGM und Volumen folgen, das Ziel-DGM bei Bedarf neu aufgebaut.
Anschluss Berührungspunkte mit Wirkweise
Die Verschneidung ist ein Knotenpunkt. Sie greift auf andere Objekte zu und liefert wieder anderen zu. Die folgenden Berührungspunkte zeigen je den Zusammenhang, den konkreten Nutzen und den Aufwand, der manuell bleibt.
DGM: Das Bestands-DGM ist das Ziel, das Verschneidungs-DGM das Ergebnis. So lässt sich Aushub und Auftrag direkt gegen den Bestand rechnen. Manuell bleibt: Das Differenz- oder Volumen-DGM muss man bewusst als Basisoberfläche setzen, es entsteht nicht von allein. Das DGM-Kapitel geht darauf ein.
Elementkanten: Der Grundriss ist fast immer eine Elementkante. Ändert sie sich, folgt die Böschung dynamisch. Manuell bleibt: Die Kante braucht echte Höhen und das richtige Gebiet, sonst liegt die Böschung auf 0 oder übernimmt eine gekaperte Höhe. Mehr dazu im Elementkanten-Kapitel.
Gebiete: Die Verschneidung lebt in einem Gebiet, alles darin interagiert. Das erlaubt die gewollte Kopplung benachbarter Böschungen. Manuell bleibt: Unabhängige Böschungen muss man aktiv in getrennte Gebiete legen. Die Details stehen im Gebiete-Kapitel.
Profilkörper: Für lineare Böschungen ist der Profilkörper die bessere Methode, mit stationsweisem Anschluss ans Gelände über Böschungs-Querschnittsbestandteile entlang der Achse. Manuell bleibt: Für flächige Objekte ist die manuelle Verschneidung die richtige Wahl. Mehr im Profilkörper-Kapitel.
Wie automatisch ein Berührungspunkt nachzieht und wo ein bewusster Neuaufbau nötig ist, fasst diese Tabelle zusammen:
| Quelle ändert sich | Was nachzieht | Neuaufbau nötig? |
|---|---|---|
| Grundriss-Elementkante | Böschung und Verschneidungsfläche | Automatisch, dynamisch verknüpft |
| Verschneidung (Neigung, Kriterium) | Verschneidungs-DGM | Automatisch bei aktiver Oberflächenerstellung |
| Bestands-DGM (Ziel) | Böschung zum Zieltyp Oberfläche | Ja, Ziel-DGM neu aufbauen |
| Verschneidungs-DGM | Volumen | Mengen neu abrufen oder DGM neu berechnen |
| Losgelöstes DGM weitergegeben | nichts | Feste Kopie, bewusst nicht dynamisch |
