AIA-Lesehilfe
So arbeitest du damit: Leg die AIA aus deiner Vergabeunterlage neben den Bildschirm und geh die Fragen durch. Zu jeder Frage steht, wo die Angabe in den deutschen Mustern normalerweise steht und nach welchem Stichwort du im PDF suchst. Deine Fundstelle trägst du ins Notizfeld ein, denn erst damit lässt sich das Blatt später nachvollziehen.
„ja“ heißt, das Gefragte steht eindeutig da. „nein“ heißt, es steht nicht drin. Steht nur ein Teil da oder lässt sich die Stelle zweifach lesen, wählst du „unklar“. „betrifft mich nicht“ nimmst du, wenn die Frage in deinem Verfahren keine Rolle spielt, etwa weil gar kein IFC gefordert ist. Wo eine Frage davon abweicht, steht es direkt darunter.
Wie eine AIA aufgebaut ist und welche fünf Stellen über die Arbeitsmenge entscheiden, steht auf der Seite AIA lesen in neunzig Minuten dieses Themenfelds; jeden Begriff, der hier vorkommt, erklärt das BIM-Lexikon.
Das Werkzeug bewertet den Auftraggeber nicht. Es gibt keine Punktzahl, keine Ampel und keinen Reifegrad. Eine kurze AIA kann eine bewusst funktionale AIA sein, bei der die Ausgestaltung beim Auftragnehmer liegt. Gezählt und benannt werden hier nur die Stellen, an denen etwas offen bleibt, das deinen Preis berührt.
Du musst nicht alle Fragen beantworten, damit das Blatt etwas taugt. Wer wenig Zeit hat, arbeitet die Gruppen 2 bis 5 durch, dort steckt die Arbeitsmenge.
Steht in deinen Unterlagen nur ein Satz zu BIM, oder brauchst du erst den Überblick, nimm das Kurzblatt unter dem Ergebnisblatt. Es fasst die Fragen, die in jeder Ausschreibung zählen, auf einer Seite zusammen, und seine Rückseite nennt, was nach dem Zuschlag feststehen sollte.
Kopfdaten für das Ergebnisblatt
Woher das Fragenraster kommt: Es stützt sich auf acht deutsche Muster-AIA, deren Inhaltsverzeichnisse am 31.07.2026 verglichen wurden: auf die Themen, die in praktisch jedem Muster stehen, und auf einige, die nur einzelne Muster führen. Die Kapitelnummern in der Spalte „Wo nachsehen“ folgen dem Rahmendokument Auftraggeber-Informationsanforderungen des Masterplans BIM Bundesfernstraßen, Version 1.0 von 2021; dieselbe Gliederung nutzt das AIA-Muster der DEGES.
Die bereichsübergreifende Muster-AIA von BIM Deutschland (Version 4.1, Teil 1) zählt bei Qualitätssicherung, Testlauf und Technologien anders, dort steht ihre Nummer bei der jeweiligen Frage daneben; wo zusätzlich eine zweite reale Bauform abweicht, steht die Entsprechung aus der AIA-Mustervorlage von BIM.Hamburg (V002) daneben. Eine abweichende Gliederung in deiner Unterlage ist kein Mangel, dann hilft das Suchwort weiter.
Was hier bewusst nicht drinsteht: Das Raster stützt sich ausschließlich auf die Musterdokumente, nicht auf VDI 2552 Blatt 10. Deren Abschnitt zu Struktur und Inhalten der AIA liegt hinter einer Kopierschutzsperre und wurde nicht eingesehen. Aus Normen ist kein Satz eingebettet, nur Titel und Verweis. Aus den Mustern sind Kapitelüberschriften, Tabellentitel und Spaltenköpfe übernommen, das sind Strukturangaben; Erklärtexte daraus nicht.
Zu den Textbausteinen: Zehn Bausteine sind nach festen Regeln ausformuliert, die übrigen Entwürfe dieses Werkzeugs; ein Beispiel steht auf der Seite Die dünne AIA. Alle sind Formulierungshilfen und keine geprüften Rechtstexte.
Was das Werkzeug nicht tut: Es vergibt keine Punkte, keine Prozente, keinen Reifegrad und keine Ampel. Es schätzt keinen Aufwand in Stunden oder Euro. Die AIA liest du selbst, das Werkzeug ordnet deine Antworten. Versions- und Preisangaben stehen gesammelt auf dem Blatt Versionen und Stände.
Das ersetzt keine Rechtsberatung. Ob eine Angabe in deinem Verfahren wirklich fehlt und was daraus folgt, hängt vom Einzelfall ab. Bei Ausschlussrisiko, Rüge oder Nachtrag fragst du die Vergabestelle und, wenn Geld im Spiel ist, einen Fachanwalt für Vergaberecht.
Stand 09/2026, Prüftag der Quellen 31.07.2026, Nachprüfungen vom 04.08.2026, Kapitelangaben geprüft am 08.09.2026, Fundstellen und Vertragsaussagen gegengeprüft am 14.09.2026. Gespeichert wird ein Stand im Browser dieses Geräts.
